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Antworten?
29.12.2009 12:18 (7753 x gelesen)

Zum neuen Jahr ein böser Text

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Antworten (ein Pamphlet)

Wie wichtig sind doch unsere Fragen an das Leben für unsere Herausbildung zum Menschen. Von Kind an bis zum Greisenalter ist das Fragen der Motor, der uns Vortrieb gibt zu Mehr und Groß und Klug. Und es ist, als ob die Naivität und die Einfachheit der Fragen geradezu die PS-Zahl sozusagen, die Kraft also dieses Motors, angibt. Die Reinheit und die Schlichtheit und all die Zweifel an den inneren und äußeren Gegenstände unserer Untersuchungen gibt die Kraftentfaltung vor. Um so unbefangener unsere Betrachtungen, um so stärker unser Fortkommen und unsere Geschwindigkeit im Menschwerden.

Was aber ist dann unsere Bremse?

Dies nun ist seltsam. Unsere Bremse ist tatsächlich die Antwort, die wir jeweils bekommen. Von klein an ist es die Antwort, die uns bremst und in die Irre leitet. Zunächst ist es ja die wohlmeinende Mutter meist, die auf die Frage, warum es denn jeden Morgen hell wird, als Antwort von der Sonne spricht, und wenn sie sich klug dünkt, auch von der Himmelsmechanik. Und auf die Frage, wo die Kinder her kommen, von der Biene und der Blume oder, die kluge Mutter, von der Liebe und dem Geschlecht.

Aber was lernen wir in der frühen Zeit tatsächlich dann? Wir lernen vor allem: Unsere Frage war dumm! Wir lernen, es ist dumm, so allgemein und so weit zu fragen. Man fragt nicht nach dem Großen und Ganzen. Man fragt nicht nach dem Kosmischen „Wie ward Licht? Warum macht das Lichte auch unser Herz so hell? Warum wird es nach so viel Dunkelheit der Nacht und dem Dämmern des Morgens immer wieder schön?“

Und wo kommt das Kind, der Mensch denn her, her auf die Welt, her in unseren Kreis? Wo komme denn ich her? Wo war ich, bevor ich, das Kind, hier bin? Aus dem Uterus kommen wir. . . . was für eine Missachtung der Frage. Schlicht: Wie blöd!

Und schlimmer als blöd: SO lernen wir dann zu fragen. Und SO lernen wir dann, uns mit kleiner Münze bezahlen zu lassen, wo wir doch den Topf voll Gold suchen. So lernen wir dann, es für eine Antwort zu halten, wenn wir für das Unbekannte und das Nebulöse und das Rätselhafte einen Namen genannt bekommen.

Welche Bildung soll das sein: Gravitation, Lichtjahre, IQ, das Unbewusste, Atome, Kunst, Liebe, Mathematik, Volkswirtschaft, Zentralschmierung, Wasserschlag, Gott und Nirvana. Nichts, NICHTS wissen wir von all dem so, das wir als  Mensch weit werden. Nur Namen sind es, damit unser Geist still ist. Damit unser Geist aushält, so frei zu sein. Damit wir erwachsen sind.

Aber es ist doch nur unsere Sprache, die sich so erweitert. Unser Wissen, unsere Weisheit und unsere Erkenntnis aber verkümmert im Dunkeln all dieser großen Schatten werfenden Betonantworten.

Nein, es ist seltsam: Nur die Fragen machen uns zum Menschen. Die Antworten machen uns nur zu Bürgern. Und der Mensch, der Held genug ist, die Fragen auszuhalten und an den Widersprüchlichkeiten der Welt nicht zu verzweifeln und nicht in der Not dieser Verzweiflung zu den Antworten greift, die die Gemütlichkeit und Behaglichkeit und die klamme Dummheit uns als vollständig wirksame Medizin anbietet, nur dieser Mensch, scheint mir, sollte ein solcher genannt werden.

Und, Freund, sag jetzt nicht: „Aber. . . .“  Das macht mich nur traurig, weil Du mir so doch nur Recht gibst.


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