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Druck ausüben.
14.04.2009 20:42 (7239 x gelesen)

Meine erste Auflage mit der neuen, alten Druckerei.

Hier gehts zum Artikel:     


 

Für alle Nicht-Hamburger: Im Mai ist bei uns Hafengeburtstag. Und immer dann fahren wir mit einem alten Fischkutter mit der Auslaufparade gen Nordsee. Na ja, jedenfalls ein kleines Stück.

Wir laden dann eine Horde Freunde ein und genießen das Flair. All die Schiffe, vom Großsegler bis zur kleinen Jolle, von Marinekreuzer bis zum U-Boot, alles schwimmt vor den Landungsbrücken, wartet auf das Signal, und langsam macht sich der Schwarm auf den Weg Richtung Cuxhaven.

Mitten drin wir, nur wenige Meter Wasser zwischen den Fahrzeugen, Musik, gute Laune, tausende, nein, hunderttausende Menschen am Ufer. Und hoffentlich gutes Wetter.

Mhm, nun bin ich ins Schwärmen gekommen, ich wollte aber etwas ganz Anderes erzählen. Nämlich: Natürlich muß dafür eine Einladung verschickt werden.

Vor wenigen Wochen habe ich eine kleine Hochdruckanlage beschafft. Ich schreibe deshalb „beschafft“ und nicht „gekauft“, weil nur so wenig Geld im Spiel war. So etwas ist Antik, aber nicht in Richtung Teuer, sondern nur in Richtung Alt.

Die Sache besteht aus einer Andruckpresse, mit der gedruckt wird, einer Bleisatzgasse, mit der aus einzelnen Bleibuchstaben Schrift gesetzt wird, und einer Klischeeherstellung, mit der ich (neben Schnittplatten) grafisch gestalten kann.

Mein Leben als Künstler und ja auch künstlerischer Unternehmer (das gehört ja immer dazu) ist sehr angefüllt.  So viel Pflichten, Termine, Entwürfe und nicht zuletzt jetzt: der Umbau! Aber all das hat mich nicht von meiner Druckerei abhalten können. Jede freie Minute in den letzten Tagen habe ich im Atelier verbracht und mich mit den neuen Möglichkeiten vertraut gemacht. Und ich muß ja alles erst lernen. Was ist ein Punkt, was ein Cicero? Konkordanz? Druckhöhe? Wie bereitet man Hochdruckfarbe auf? Die Klischeeherstellung: Himmel hilf! Ausschluß und Blindmaterial. Fundament und Aufzug. Mir schwirrt der Kopf.

(Wikipedia: Hochdruck)

Meine Familie kennt das schon, neue Anforderungen locken mich. Ich hatte keine Zeit zum Essen, gemütliche Abende fielen aus, kurz, ich war recht ungemütlich. Und ich war immer schmutzig. Nicht die Malfarbe an den Fingern, das ist ein Maler gewohnt. Gründlich waschen, und schon kann der Mensch sich in der Öffentlichkeit sehen lassen. Druckfarbe aber ist da etwas ganz anderes! Die zieht so sehr in die Haut ein, die Pigmente sind so fein, da kann ich mich nur in meinen Stammlokalen sehen lassen. Die kennen mich und meine Lebensgewohnheiten. Wenn ich mit Fremden rede, muß ich leider die Hände in den Taschen lassen. Was ja doch etwas unhöflich ist. Ach Schiet, ist ja auch egal. Und das ist es wert!

Denn nun bin ich sehr glücklich. Ich habe 70 Einladungen gedruckt. So viele brauche ich überhaupt nicht. Aber ich bin beim Drucken etwas in Rage geraten. Ich mochte gar nicht aufhören. Und nun hoffe ich, dass jeder der eingeladenen Menschen begeistert von meinen schönen Drucken schwärmt und mich mit Lob überschüttet. Aber das kenne ich schon. Die kommen einfach, trinken mein Bier weg und erwähnen es nicht einmal. Na ja, man kann sich seine Freunde nicht aussuchen. Oder wenn man das tut, sind sie nicht echt.

Nun ziehen schon neue Druckaufgaben am Horizont auf. Aber ersteinmal muß (und darf!) ich eine Menge malen. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

Ich bin unsicher, ob ich hier technische und handwerkliche Details aufschreiben soll. Aber ich werde das versuchen. Der/die Eine oder Andere wird es vielleicht gern lesen.


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